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Patagonien von eis zu blumen

Das Holozän ist die jüngste Epoche der Erdgeschichte und damit Teil unserer Gegenwart. Es entspricht dem Ende der letzten Eiszeit, vor etwa 12.000 Jahren, in der mit dem schrittweisen Rückzug des Eises ein Anstieg des Meeresspiegels verursacht wurde, wobei jedoch gleichzeitig auch die Felsendecke an der Oberfläche Patagoniens zum Vorschein kommt, die einst durch große Eismassen bedeckt war. Dadurch beginnt der Prozess der Besiedlung von Flechten und Moosen, Pionierorganismen und Vorfahren der südlichen Flora, der schließlich die Ankunft der Tiere und dann die Migration des Menschen zum südlichen Bereich auslöst.

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as Holozän ist die jüngste Epoche der Erdgeschichte und damit Teil unserer Gegenwart. Sie entspricht dem Ende der letzten Eiszeit, vor etwa 12.000 Jahren, in der mit dem schrittweisen Rückzug des Eises ein Anstieg des Meeresspiegels verursacht wurde, wobei jedoch gleichzeitig auch die Felsendecke an der Oberfläche Patagoniens zum Vorschein kommt, die einst durch grosse Eismassen bedeckt war. Dadurch beginnt der Prozess der Besiedlung von Flechten und Moosen, Pionierorganismen und Vorfahren der südlichen Flora, der schließlich die Ankunft der Tiere und dann die Migration des Menschen zum südlichen Bereich auslöst.

Ein Großteil der in der Magellan-Region sichtbaren Flora befindet sich in der Regel zwischen dem Fluss Baker und Kap Hoorn, d.h. zwischen den Breitengraden 47° und 56° S. Während es in diesem großen Territorium, je nach Gebiet, zwischen 350 und 8.000 mm/Jahr regnet, wird der Niederschlag im Bereich des Beagle-Kanals mit bis zu durchschnittlich 1.000 mm/Jahr angegeben. In dieser Region wächst die Vegetation im Allgemeinen bis in 400 und 600 m Höhe.

BÄUME UND STRÄUCHER
Die Südbuchen sind die repräsentativsten und verbreitetsten Bäume der Magellan-Region: die Magellan-Südbuche oder Guindo (Nothofagus betuloides), die Lenga-Südbuche (Nothofagus pumilio) und die Antarktische Südbuche (Nothofagus antarctica). Die Magellan-Südbuche ist immergrün. Um diese Arten zu differenzieren muss man die Gestalt ihrer Blätter betrachten:

Magellan-Südbuche: fühlen sich hart an, sind dunkelgrün und haben einen unregelmäßig gezackten Rand;
Lenga-Südbuche: sie besitzt 2 „Zähne“ zwischen jeder Nervatur;
Antarktische Südbuche: besitzt mehrere „Zähne“ zwischen jeder Nervatur.

Winteraceae (Drimys winteri) ist ein Baum mit immergrünen, großen, lanzettförmigen Blättern. Er wächst in feuchten Gegenden und seine Rinde enthält Vitamin C. Seine Blüten sind weiß.

Notro (Embothrium coccineum) ist als Frühlingsblüher für seine prächtigen roten Blumen bekannt und blüht auch im Herbst, allerdings weniger stark.

Romerillo (Chilliotrichium diffusum) ist ein bis zu 1,50 m hoher Baum, der überall zu finden ist. Im Sommer ist er mit kleinen weißen Blüten bedeckt, die kleinen Gänseblümchen gleichen und kann aus der Ferne mit einem Schaf verwechselt werden.

Chaura (Gaultheria mucronata), bildet kleine Stauden (20 bis 50 cm hoch). Seine Blüten haben die Form von winzigen Glöckchen und die Früchte das Aussehen von klitzekleinen Äpfeln in den Farben weiß und rosa. Diese sind essbar und haben im Inneren eine sonderbar schwammige Textur, die es ihnen ermöglicht, den Frost des Winters zu überstehen.

Johannisbeere (Ribes magallanicum) bildet eine Gruppe kleiner gelber oder roter Blüten, die sich dann in eine Traube köstlicher Früchte verwandeln.

Buchsblättrige Berberitze (Berberis microphylla) ist ein dorniger, sehr üppiger Strauch. Er ist mit seiner Vielzahl von kleinen gelborangen Blüten schön anzusehen. Am Ende des Sommers reifen die köstlichen, süßen Früchte dieses Buchs heran, die zur Zubereitung von Marmelade, Soßen oder Kuchen genutzt werden kann. Eine beliebte Legende besagt: „Wer Calafate isst, kommt zurück auf diesen Landstrich.

Die ilexblättrige Berberitze (Berberis illicifolia) entstammt derselben Familie wie die Buchsblättrige Berberitze. Seine stachelspitzigen Blätter sind breiter als die des letzteren, aber die Blüten sind relativ gleich.

BLUMEN UND PFLANZEN
Die Schildblume (Ourisia ruelloides) ist durch ihre roten Glöckchen gekennzeichnet, die Feuchtigkeit suchen, besonders in der Nähe von Wasserfällen.

Coirón (Festuca gracillina) ist die häufigste einheimische Grasart Patagoniens, erreicht bis zu 50 cm Höhe und ist sogar im Winter ein Leckerbissen für die Schafe.
Magellan-Orchidee (Chlorea magellanica) ist eine der 4 einheimischen Orchideen des Feuerlandes und wahrscheinlich die, die am seltensten zu finden ist. Ihre Blüten sind außerordentlich schön, grüne Linien heben das Blütenweiß elegant hervor.

Polster-Kissenmoos ist die Bezeichnung verschiedener Arten von Moos, die in Felsblöcken wachsen und wegen ihrer Form und Beschaffenheit einem Polsterkissen gleichen. Es ist die Hauptkomponente für die Bildung von Torf.

Junquillo (Marsippospermum grandiflorum) wächst in sehr feuchtem Gelände. Seit Jahrtausenden nutzen die Ethnien aus Patagonien und Feuerland diese Pflanze zur Fertigung von Körben.

Drosera (Drosera uniflora) ist die einzige fleischfressende Pflanze der Region. Erreicht eine Höhe von 3 bis 5 mm und gedeiht in feuchtem Klima, wie der Torf.

Magellan- Stachelnüsschen (Acaena magellanica) wächst überall, wird bis zu 20 cm hoch und seine Blüten bleiben an Hosen und Schuhen hängen.

Misodendrum (Misodendrum punctulatum) ist ein Schädling und wächst oft unübersehbar groß und kugelförmig an Südbuchen.

Pantoffelblume (Calceolaria biflora) ist eine klitzekleine, schöne Blume, auf Feuerland eher selten aber man kann sie zum Beispiel im Nationalpark Torres del Paine bestaunen.

Gunnera (Gunnera magellanica) wächst in feuchten und schattigen Gebieten, seine kleine Frucht ist rot und hat einen bitteren Geschmack.

Wilde Brombeere (Rubus geoides) wächst am Boden oder unter seinen Blättern. Ende des Sommers ist die Frucht vollreif und rot; ein wirklicher Genuss.

PILZE
Pilze sind einzellige oder vielzellige Lebewesen, die kein Gewebe bilden und deren Zellen gruppiert sind, um einen faserigen, sehr verzweigten Körper zu bilden.

Sie wachsen an der Südbuche als Schmarotzer und bilden an ihr diese Tumore, ihueñe, Indianer-Brot oder lla-llao. Unter dem gleichen Namen gibt es 3 Arten.„Knoten“ genannt. Die Dihueñe sind essbar, jedoch geschmacklos.

Fechten
Flechten sind Pilze, die eine Lebensart in Symbiose mit Algen angenommen haben.

Flechten als Bioindikatoren: Obwohl Flechten tolerant gegenüber einer Vielzahl von Umweltbedingungen sind, reagieren sie andererseits sehr empfindlich auf Luftverschmutzung. Die empfindliche Ernährungsbalance, die zwischen der mikroskopischen Alge und dem Pilz besteht, wird durch gasförmige Luftschadstoffe leicht aus dem Gleichgewicht gebracht. Zum Beispiel SO2 und Stickstoff. Aus diesem Grund wurden sie in Städten und Vorstädten erfolgreich als Biomonitore der Umwelt verwendet. Auch hat man sie, aufgrund ihres langsamen Wachstums, zur Datierung des Gletscher-Rückgangs (Lichenometrie) verwendet sowie für die Datierung von Megalithbauten, wie die der Steinstatuen der Osterinsel.

„Es ist ein wundervolles Lebenskapitel, das des Kampfes dieser kleinen Lebewesen gegen die ungeheuerliche Macht der Hochgebirge, was uns, selbst in den höchsten Felsen, die Begegnung mit ihren farbigen Krusten gewährt. Mit hell leuchtenden Farben beleben sie das tote Gestein und sie wachen als erster und letzter Posten des Lebens, unsere warmherzige Liebe” (C. Schroeter).

Die Natur ist unser gemeinsames Erbe. Bewundern und behüten Sie die Natur.

Beschädigen Sie nicht unnötig Pflanzen oder Bäume auf unserern Wanderungen. Danke!

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